Bilanz 2008: Erfolg für Schweizer Filme an wichtigen internationalen Festivals

52 Schweizer Filme sind im Jahr 2008 an wichtige internationale Filmfestivals eingeladen worden – im Vorjahr waren es 43 und 2006, im Jahr des Schweizer Höhenflugs, 55. Bei den Auszeichnungen hat der Schweizer Film ebenfalls zulegen können: 64 Filme erhielten 136 Auszeichnungen und gewannen Preisgelder im Wert von insgesamt 350'000 CHF. Dieser Erfolg übertrifft die Erwartungen, darf jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass die Schweizer Filme des Jahres 2008 in den Wettbewerben der weltweit bedeutendsten Filmfestivals Berlin, Cannes, Venedig, Toronto und Sundance wenig Chancen hatten. SWISS FILMS hat die Festivalteilnahmen mit finanziellen Beiträgen, Ankauf von untertitelten Festivalkopien, Kontakten und Networking unterstützt.

„Die diesjährige Präsenz spiegelt die Vielfalt des Schweizer Filmschaffens wider: eine breite Palette von Filmen hatte einen Auftritt an einer der wichtigen internationalen Festivalplattformen“, fasst Micha Schiwow, Direktor von Swiss Films, die Tendenz des Jahres 2008 zusammen und ergänzt: „Auffallend ist die starke Präsenz der Westschweizer Filmemacherinnen und Filmemacher, und zwar in allen Genres.“

Bei den 52 Schweizer Filmen handelt es sich um 11 Spiel-, 12 Dokumentar- und 29 Kurzfilme (davon sind 10 Animationsfilme). Die Präsenz der Spielfilme liegt mit 11 Filmen unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre, der bei 14 Filmen pro Jahr ist. Der Spielfilm „Home“ von Ursula Meier feierte seine Premiere in Cannes – hors compétition in der Semaine de la critique –, bevor er an den Festivals in Tokyo und Mar del Plata zu sehen war. „Un autre homme“ von Lionel Baier vertrat die Schweiz im internationalen Wettbewerb in Locarno. „Du bruit dans la tête“ von Vincent Pluss und „Sunny Hill“ von Luzius Rüedi hatten ihre Premiere in Montreal, während im Wettbewerb von Shanghai „Der Freund“ von Micha Lewinsky und in dem von Moskau „Giorni e nuvole“ von Silvio Soldini liefen. „Tandoori Love“ von Oliver Paulus war im internationalen Wettbewerb in Cairo und wurde ausgezeichnet.

Das Schweizer Dokumentarfilmschaffen wird einmal mehr seinem guten Ruf gerecht: Die zwölf Filme, die in den Hauptsektionen der wichtigen internationalen Festivals gezeigt wurden, realisieren eine beachtliche Festivalkarriere: „La mère“ von Antoine Cattin & Pavel Kostomarov wurde unter anderem im Dokumentarfilmwettbewerb von Karlovy Vary präsentiert. „La forteresse“ von Fernand Melgar gewann in Locarno den Goldenen Leoparden des Wettbewerbs „Cinéastes du présent“, während „Témoin indésirable” von Juan José Lozano die Schweiz am Top-Festival in Toronto vertrat.

Das Schweizer Kurzfilmschaffen spielte auf konstant hohem Niveau bei den Festivalteilnahmen und Auszeichnungen mit. Alle wichtigen Festivals wählten Schweizer Kurzfilme aus, in Venedig stand der Diplomfilm „Ich träume nicht auf Deutsch“ von Ivana Lalovic im Wettbewerb. Bei den Auszeichnungen sind die Kurzfilme „René“ von Tobias Nölle und „Auf der Strecke“ von Reto Caffi die grossen Abräumer. Bisheriger Höhepunkt für letzteren ist der „Student-Oscar“.

12 Spielfilme, 19 Dokumentarfilme und 33 Kurzfilme (davon 7 Trickfilme) wurden 2008 an internationalen Festivals in der Schweiz und im Ausland ausgezeichnet und gewannen Preisgelder in Höhe von 350'000 CHF. Davon wurden rund 200'000 CHF an ausländischen Veranstaltungen erzielt, was 20'000 CHF über dem Resultat von 2007 liegt. Die Steigerung ist bei den Dokumentar- und Kurzfilmen auszumachen. Insbesondere für die „Kurzen“, welche Preisgelder und Sachleistungen im Wert von 241’000 CHF (69% des Gesamtbetrages) generierten, stellen Preise eine nicht zu unterschätzende Zusatzfinanzierung dar.

Die Promotionsagentur SWISS FILMS unterstützte die Präsenz von Schweizer Filmen an ausländischen Filmfestivals mit Networking und Promotionsbeiträgen von insgesamt über 140'000 CHF und mit dem Ankauf von internationalen Kopien im Wert von 180’000 CHF. 

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