Filmfestival Pink Apple in Zürich eröffnet

Als erste Stadtpräsidentin Zürichs gewählt, aber noch nicht in Amt und Würden, trat Corine Mauch am Mittwochabend im Kino Le Paris an, um das 12. schwullesbische Filmfestival Pink Apple in Zürich zu eröffnen.

Unter tosendem Applaus, selber aber darauf bedacht, noch nicht als Stadtpräsidentin aufzutreten (erst ab 1. Mai), gestand die SP-Politikerin: «Ich bin überwältigt.» Sie freute sich sichtlich über so viel Zuwendung, wies aber auch darauf hin, dass die Wiege dieses Festivals in Frauenfeld gestanden und Zürich sich erst vor zehn Jahren eingeklinkte habe. Der Film habe hier eine wichtige Mittlerfunktion übernommen. Er sei eine Kunst, meinte Mauch, der sämtliche Sinne beanspruche.

 

Das Filmfestival Pink Apple (29. April bis 6. Mai in Zürich und 7. bis 10. Mai in Frauenfeld) bietet ein breites Spektrum von 100 Kurz-, Dokumentar- und Spielfilmen, darunter viele Schweizer Premieren. Annähernd 70 000 Zuschauerinnen und Zuschauer werden erwartet. Eine Erfolgsstory vom beschaulichen Frauenfeld in die Grossstadt, das unterstreicht auch die neue Stadtpatronin Corine Mauch, die nochmals betonte, wie wichtig ihr das Anliegen sei, sich hinzustellen und ihre Lebensform offenzulegen. Die gesellschaftlich fixierten Rollen von Mann und Frau kämen ihr wie ein Gefängnis vor. Für sie sei es etwas Befreiendes, aus dieser Rolle auszubrechen. Und das Festival Pink Apple trage einiges dazu bei, Schwule und Lesben als normale Menschen anzunehmen, und sei es nur im Kino.

 

Der Saal des Zücher Kinos Le Paris war packevoll, als die Programmverantwortlichen von Pink Apple, Doris Senn und Roland Loosli, zwei Dutzend Mitarbeitende auf die Bühne baten, die das Festival tragen - vom Sponsoring und den Finanzen über die Grafik bis zur Webseite und Organisation in Frauenfeld.

 

Eröffnet wurde - erstmals - mit einem Lesbenfilm. «El niño pez» der Argentinierin Lucia Puenzo beschreibt, wie zwei junge Frauen um die 20 Jahre sich lieben, aber durch dramatische Umstände auseinandergerissen werden. Ein bedrückendes Melodrama mit Krimi-Showdown. Die Filmerin hatte mit ihrem Kinodebüt bei der Vorjahresausgabe von Pink Apple den Publikumspreis gewonnen.

 

Zahlreiche Premieren in diesen Tagen warten mit Gästen auf, etwa den US-Regisseurinnen Melinda Bagatelos oder Greta Schiller, der Britin Florence Aysin, der Deutschen Ulrike Ottinger und der Schwedin Mathilda Piehl. Nach Zürich wird Frauenfeld, der Geburtsort dieses Festivals, Schauplatz einer Selektion sein. Fast nahtlos geht Pink Apple dann in den Monsteranlass EuroPride 09 in Zürich über (2. Mai bis 7. Juni).

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